Steigerung der Direktbuchungen

Aus betriebswirtschaftlicher Sicht spielt die eigene Website als attraktiver und kostengünstiger Vertriebskanal eine immer wichtigere Rolle. Doch neben dem Pricing können diese Punkte helfen, den Sucher zum Buches zu konvertieren. Einfach nur billig auf der eigenen Website zu verkaufen ist aus unserer Sicht wenig sinnvoll und wird mittlerweile von den OTA-Partnern sogar mittels schlechterem Ranking geahndet. Das ist nicht weiter verwunderlich, denn mit dieser Strategie unterstützt man keine Partnerschaft. Grundsätzlich gilt, Vertriebskosten anteilig in der Zimmerpreiskalkulation zu berücksichtigen.

Neben dem richtigen Pricing spielen jedoch diese 5 Faktoren eine wichtige Rolle:

1.) Von den OTA’s (Online Travel Agencies) lernen
Vor allem Booking.com aber auch andere investieren viel Zeit und Geld zu testen, welche Buchungsstrecke, Informationen und Navigation für den Kunden am ansprechendsten ist. Mit dem sog. A / B Testing wird erforscht, welches Layout der website, welche Anordnung der Bilder und welche Informationen am meisten Buchungen generieren. Sie können das mit der eigenen Website auch tun, indem Sie testen ob ein roter oder z.B. grüner Buchungsbutton mehr Buchungen generiert. Das ist zwar nur eines von vielen Beispielen, aber testen Sie selbst, ob alle Informationen auf Ihrer Website zur Buchungsstrecke führen.
2.) Zeigen Sie, wer Sie sind
Authentizität zeigt dem Gast, wer Sie sind. Eine häufig geklickte Seite auf der Homepage eines Hotels ist die Philosophie oder auch die „Team“-Seite. Gäste sind interessiert, wer der Gastgeber ist, welchen Hintergrund er hat, das Hotel zu betreiben oder wieviele Jahre das Hotel tatsächlich im Familienbesitz ist. Bei historischen Hotels ist auch die Geschichte des Gebäudes interessant und kann eine indirekte PR für das Hotel darstellen.
Stellen Sie Ihr Team vor, ohne dabei indiskret zu sein und selbstverständlich nur, wenn Ihre Mitarbeiter damit einverstanden sind. Abteilungsleiter sind ein wichtiger Anlaufpunkt für den Gast im Hotel oder bereits bei Buchung. Zur oft angenehmen Telefonstimme wünschen sich viele Kunden ein Gesicht dazu. Wenn Sie einen Schritt weitergehen möchten, stellen Sie die Kollegen mit deren Interessen, Hobbies, gesprochenen Sprachen, Tätigkeitsbereichen und/oder Insider Tipps vor, die sie an Ihre Gäste bereit sind, weiterzugeben.
3.) Informationsfluss sicherstellen
Seite der DSGVO ist es zwar nicht mehr so einfach, Gäste ohne geschäftlichen Hintergrund zu informieren, dennoch gibt es viele Möglichkeiten, den Gast vor Anreise „Bei Laune“ zu halten. Dies kann nicht nur den Zusatzverkauf fördern, sondern lässt den Gast nicht einmal auf die Idee kommen, ausserhalb der Stornierungsfrist anderweitig zu buchen. Neben der obligatorischen Reservierungsbestätigung, können Events beworben oder mittels Pre-Stay-Nachricht das Wetter oder eine Packliste mit sinnvollen Dingen verschickt werden. Es geht darum, den Gast bei Laune zu halten und zu informieren. Ähnliche wie es Amazon & Co. mit dem Versand eines Bestellstatus machen. Achten Sie jedoch darauf, dass es nicht zu viel wird und der Gast davon genervt wird.
4.) Kunden generierte Inhalte (UGC – User Generated Content)
Lassen Sie Ihre Gäste über Sie schreiben. Der sogenannte User Generated Content ist vor allem für Suchmaschinen sehr wichtig bzw. wird dieser positiv bewertet und trägt somit zu einem besseren Suchergebnis bei. Bewertungen schreiben zu lassen ist wohl die gängigste Methode, um UGC zu erzeugenden. Denkens Sie dabei aber bitte an den neuen Datenschutz. Weitere Möglichkeiten sind, Erfahrungsberichte, besonders schöne Erinnerungen im oder um das Hotel herum und vielleicht sogar eine Dokumentation über den Versuch eine Speise des Küchenchefs selbst nachkommt zu haben.
5.) Querverbindungen – Cross Reference
Wir leben in einer Zeit der sozialen Netzwerke und viele Gäste nehmen diese Möglichkeit wahr, Erlebnisse in deren sozialen Umfeld zu teilen. Weisen Sie Gäste aktiv auf Ihre sozialen Netzwerke hin, ermöglichen Sie, dass sich Gäste nicht nur mit Ihrem Haus oder Ihrem eigenen Profil, sondern auch untereinander vernetzen. Diese Community kann dafür sorgen, dass nicht nur UGC generiert wird, sondern auch eine Art Community, von der Sie mittels zukünftigem Stammgasttreffen oder ähnlichem profitieren.
Viele dieser Punkte zur Steigerung der Direktbuchungen können selbst umgesetzt werden und es bedarf keiner weiteren Agentur oder Investition, sofern Sie die Inhalte Ihrer Website selbst pflegen. Niemand erwartet von Ihnen, all diese Punkte sofort umzusetzen. Vielleicht ist dieser Artikel jedoch ein Anstoss für Sie, einmal eine der genannten Optionen auszuprobieren, um eine bessere Conversion zu erreichen.