Kostenminimierung in Privathotels im Hinblick auf elektronische Buchungsmedien


München, (26.04.2012).  Die Kosten in einem unabhängigen, privat geführten Hotel spielen eine wichtige Rolle. Leider fehlt vielen Hoteliers im Bereich der Logis der Überblick über die anfallenden Kosten und Gebühren.

Moderne, elektronische Vertriebswege können zugleich ein Segen sein, aber auch ein Fluch. Der Segen steigert die Auslastung, der Fluch ist, dass Gebühren und Kommissionen anfallen, auf die man gerne verzichten würde.

Die elektronischen Buchungsmedien sinnvoll nutzen Im europäischen Raum haben sich diverse Buchungsportale durchgesetzt und können einen signifikanten Teil des eingehenden Online-Geschäfts darstellen. Für das enorme Buchungsvolumen, das Booking.com, HRS, hotel.de und andere OTAs generieren wird auf deren Seite viel, viel Geld investiert, z. B. um die Marke zu stärken, die Auffindbarkeit in den Suchmaschinen zu erhöhen, usw. Für das Hotel eine relativ angenehme Sache, solange die Rechte der Domainnamen unangetastet bleiben, Bildrechte dem Hotel obliegen oder das Hotel den Preis bestimmen kann, den es zum jeweiligen Zeitpunkt anbieten möchte. Als kleines Hotel wird man nur sehr begrenzt in der Lage sein, die Auffindbarkeit z. B. in Google durch Investition einer Pay-per-Click Kampagne zu beeinflussen. Dennoch kann ich mir diese Kanäle zu Nutzen machen, sofern ich die Zimmerpreise richtig kalkuliert habe. 

Zimmerpreis = Mischkalkulation

Wie in der Küche auch, gibt es solche und solche Angebote, die ich auf verschiedene Wege berücksichtigen muss und die sich durchaus im Zimmerpreis für den Gast wiederfinden. Ein Fleischgericht hat meist eine geringere Gewinnspanne als ein Salat oder eine vegetarische Speise. Versuchen Sie, Ihr Angebot in der Logis genauso zu betrachten. Eine direkte Reservierung über das Telefon oder via Fax oder Email, ist meist rentabler als eine elektronische Reservierung über eine Reisebüro-System (GDS) oder gar einem evtl. angeschlossenen Call-Center. Leider wissen wir jedoch, dass sich die Buchungswege verlagern und dass dem Gast nun wesentlich mehr Wege als nur das Telefon oder Fax zur Verfügung stehen, eine Zimmerreservierung in meinem Betrieb zu generieren. Diese Tatsache kann ich als Hotelier nicht negieren. Man geht davon aus, dass bereits heute 75% aller eingehenden Reservierungen, inkl. der, die über Telefon und Email generiert werden, eigentlich schon internet-basierte Buchungen sind, da sich Gäste, die sich zum Beispiel weigern eine Kreditkartennummer mit Ablaufdatum im Web einzugeben, sich dann doch dazu entschließen direkt bei Ihnen zu reservieren.  Vor dem eigentlichen Kontakt zum Hotel findet die Recherche über das WWW statt.

Wer seine Website kritisch auf den Prüfstand stellt und alle Möglichkeiten nutzt, um sie zu optimieren, wird zweifelsohne belohnt: sie wird zur Buchungsplattform Nummer eins, die Direktbuchungen steigen und die externen Vertriebskosten sinken.

Den Zimmerpreis ermitteln

  • Betrachten Sie zuerst Ihr Gesamtbuchungsvolumen
  • Stellen Sie fest, welcher Anteil direkt oder über Mittler und Vertriebspartner generiert wurde
  • Berücksichtigen Sie den %-Anteil bei der Kalkulation Ihrer Preise im Hinblick auf Ihre Gesamtzimmeranzahl
  • Erhöhen Sie Ihre Preise entsprechend

Somit haben Sie Gebühren und Kommissionen berücksichtigt und es kann Ihnen eigentlich egal sein, über welchen Kanal gebucht wird, vorausgesetzt, Ratenparität wird eingehalten und Ihre Ratenstruktur ist glaubwürdig. Betrachten Sie kostenintensive Buchungskanäle als „Füller“, die Ihnen eine Grundauslastung schaffen können und nutzen Sie diese Medien als positives Instrument, Ihr Hotel mit einer Grundbelegung auszustatten.

 

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